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Ü40: Othmer dreht die Uhr zurück – 7:0-Gala im Derbyrausch

 

Am letzten Spieltag der 1. Kreisklasse kam es auf dem fast ausverkauften Lindhorster Sportplatz zum mit Spannung erwarteten Lokalderby zwischen der SG Lindhorst/Sachsenhagen/Lüdersfeld und der SG Beckedorf/Rehren A.R. Die Zuschauer bekamen dabei alles geboten, was das Ü40-Fußballherz begehrt: Tore, Dribblings, Emotionen und die Erkenntnis, dass manche Spieler offenbar einen Jungbrunnen im Keller stehen haben.

Am Ende stand ein auch in dieser Höhe verdienter 7:0-Erfolg der Gastgeber auf der Anzeigetafel. Mit dem Sieg sicherte sich die SG Lindhorst/Sachsenhagen/Lüdersfeld einen hervorragenden zweiten Tabellenplatz und verpasste den Aufstieg lediglich aufgrund eines etwas schlechteren Torverhältnisses. Ein Schicksal, das schmerzt – allerdings nur kurz, wenn ausreichend Kaltgetränke bereitstehen.

Den Torreigen eröffnete Jörg Othmer, der an diesem Abend nahtlos an seine Glanzzeiten aus den 1980er Jahren anknüpfte. Nach seinem Treffer wurden umgehend Stimmen laut, die eine Dopingkontrolle forderten. Tatsächlich musste Othmer nach Spielende zur Probe erscheinen – der Verdacht: unerlaubte Einnahme von Jugendlichkeit.

Noch vor der Pause erhöhte Bastian Pawlik auf 2:0. Während die Gäste bereits überlegten, ob sie versehentlich gegen die Traditionsmannschaft eines Bundesligisten angetreten waren, bat Spielertrainer Thorsten Langer zur Halbzeitansprache.

Was dort gesagt wurde, bleibt offiziell geheim. Ohrenzeugen berichten jedoch von einer Mischung aus Motivationsrede, taktischer Meisterklasse und leichter Drohung. Jedenfalls kamen die Gastgeber wie verwandelt zurück auf den Platz.

In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein wahres Schaulaufen. Bastian Pawlik, Björn Riesen und erneut Bastian Pawlik erhöhten durch beeindruckende Slalomläufe durch die gegnerische Defensive auf 5:0. Die Abwehr der Gäste erinnerte dabei zeitweise eher an freundlich aufgestellte Trainingshütchen.

Der Höhepunkt des Abends folgte jedoch wenig später. Der bereits erwähnte Jörg Othmer startete unter frenetischem Jubel seinen mittlerweile legendären Sambalauf über den halben Platz. Mit einer Mischung aus Eleganz, Tempo und vermutlich leichter Magie ließ er mehrere verzweifelte Gegenspieler stehen, umkurvte den Torwart und schob den Ball lässig ins leere Tor. Einige Zuschauer behaupteten später, kurzzeitig den jungen Diego Maradona gesehen zu haben.

Doch Othmer hatte noch nicht genug. Kurz vor dem Schlusspfiff zirkelte er einen Freistoß derart sehenswert in den Winkel, dass selbst der Wind kurz innehielt, um Beifall zu spenden. Das 7:0 war gleichzeitig der Schlusspunkt einer beeindruckenden Vorstellung.

So beendet die SG Lindhorst/Sachsenhagen/Lüdersfeld die Saison auf einem hervorragenden zweiten Tabellenplatz und verpasst die Meisterschaft nur denkbar knapp aufgrund des etwas schlechteren Torverhältnisses.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings: Hätte der als Goalgetter verpflichtete Sascha Brozio die in ihn gesetzten Erwartungen vollständig erfüllt, wäre möglicherweise sogar noch mehr drin gewesen. Böse Zungen behaupten bereits, sein größter Beitrag zur Offensive sei die regelmäßige Motivation seiner Mitspieler gewesen, es selbst zu versuchen.

Nach dem Schlusspfiff wurde der erfolgreiche Saisonabschluss gemeinsam mit den zahlreichen Fans gebührend gefeiert. Bei Leberkäse, gekühlten Getränken und vielen Fachgesprächen über längst vergessene Fußballweisheiten ließ die Mannschaft die Spielzeit ausklingen. Und während die Sonne langsam über Lindhorst unterging, waren sich alle einig:

Die Meisterschaft wurde zwar knapp verpasst – aber beim Feiern stand die SG ganz oben in der Tabelle.

 

Fotoserien

Ü40 gewinnt letztes Saisonspiel (SA, 06. Juni 2026)

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Veröffentlichung

Sa, 06. Juni 2026

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